Limericks - Tierchen



Einst sagte der Schwan auf dem Teich:
„Die Welt ist an Schwäninnen reich.
Mich packt schon mal Gram,
daß ich monogam
und nie mehr der meinen entweich'."

Nun meinte die Schwänin im Teich:
„Die Welt ist an Schwänen so reich.
Gehst du erst mal fremd,
bin ich auch enthemmt.
Ich fliege sofort übem Deich."

So blieb unser Schwan auf dem Teich
schön brav und vergaß jeden Streich.
Wohin sie auch schwammen,
man sah sie zusammen
an Glück und an Zweisamkeit reich.





Ein friedlicher Esel aus Goslar,
der fand auf Frau Eslin ein Roßhaar.
Hat gar nichts gesagt
und nicht mal geklagt,
als schließlich ein Muli sein Sproß war.

„Du Dichter", sprach unkend die Kröte,
„Du feierst am Himmel die Röte,
das Leuchten der Auen,
den Liebreiz der Frauen,
warum nicht auch uns, Du Poete?"



Zwei Krebse, getarnt unter Muscheln,
die hatten erst lange zu tuscheln,
dann war man sich einig
und dachte alleinig
an nichts als an seliges Kuscheln.


Zwei Hunde im Koblenzer Raum,
die sah'n, aber grüßten sich kaum.
Wie's oftmals so geht,
man fand sich zu blöd.
Lief jeder zum eigenen Baum.

Es meinte die Spinne im Netz:
„Mein Liebster, ich folg dem Gesetz.
Du hast mich begattet
und bist jetzt ermattet.
Ich glaube, ich fresse dich jetzt."


© Werner Hadulla - Ilustrationen Hans Weber