Limericks - Schwarzröcke


Der aufrechte Pfarrer aus Miel
versprach wohl noch keiner zuviel.
Winkt weibliche Huld,
ermahnt er: "Geduld,
vielleicht nach dem nächsten Konzil."




Der Küster im Städtchen Bergkamen 
sah sonntags fast nur alte Damen. 
So bat er betroffen: 
„O Himmel, bleib offen, 
nimm später auch junge auf. Amen."


Der junge Vikarius aus Bingen, 
der konnte so wunderschön singen, 
daß Frauen und Jungfern, 
bestimmt gar nicht ungern, 
des Sonntags zur Singmesse gingen...


Und auch der Herr Pfarrer aus Bingen 
sucht fröhlich und lauthals zu singen. 
Doch meint unser Küster: 
„Der arme Mensch, wüßt' er, 
wie's weh tut, vom Turm tät' er springen." 
 
Zuletzt der Dekan der Stadt Bingen 
versucht's hohe C zu bezwingen. 
In qualvoller Starre 
verharrt seine Pfarre 
und wartet aufs sichre Mißlingen.







Es lehrte der Pfarrer von Hull: 
„Der Mensch hat nun einmal den Drull 
durch Evas Betragen 
und Adams Versagen 
zum häufigen sündigen Full." 
 
Zum Beispiel die Mädchen in Hull: 
Sie tragen die Blusen so prull, 
daß unser Herr Reverend 
nur eine Befürchtung kennt: 
„Das gibt noch manch sündigen Full." 
 
Und so geht das nicht nur in Hull. 
Man lockt und verführt überull. 
Doch tröstet der Reverend: 
„Der Himmel verzeiht am End' 
dem reuigen Sünder den Full."


 

Es lebten zwei Damen in Beuthen,
die frühere Sünden bereuten.
Die zwei sind jetzt Nonnen
und ernstlich gesonnen,
sich rundherum seelisch zu häuten.
 


 

Der alte Herr Pfarrer aus Trier

war früher Berufsoffizier.
Und ist er zerstreut,
so ruft er noch heut:
„Zum Segen, ein Lied, zwei-drei-vier."
 

  

Es sprach der Herr Pfarrer aus Stein
zu Tante Isolde: „Ach nein!
Du beichtest getreulich
dasselbe wie neulich.
Was Neues fällt Dir wohl nicht ein?"

Der gute Herr Pfarrer aus Brende,

der predigte lang und horrende.

Da nahm die Anette

´ne Baldriantablette

und flüsterte: “Weckt mich am Ende.“

 

© Werner Hadulla - Illustration Hans Werber