Limericks - Miszellen


Ein trotziger Raucher in Lippe
zog auch noch im Bett an der Kippe.
Man trug ihn vondannen
in blechernen Wannen.
Noch rauchte verstockt sein Gerippe.



Da war ein Chinese in Wesseling
der wochenlang lernend im Sessel hing.
Paukte deutsch, der Geselle
und wich kaum von der Stelle,
weshalb es allmählich auch bessel ging.

Es zieht vor der Wahl der Minister
verbiestert die vollen Register.
Doch gleich nach der Wahl
wird alles normal,
und was er versprochen, vergißt er.



 
 
Mein Schwager, der Künstler aus Reuß,
sucht rastlos und findet nichts Neu's.
Malt Bilder wie Kiefer,
nur drei Stufen tiefer.
Doch langt's für Objekte nach Beuys.


Wie wünscht sich der Banker aus Hagen,
sein Weib würd sich vornehm betragen.
Doch sagt sie mit Fleiße
und Wonne gern - Schlimmes.
Ja, das schlägt ihm voll auf den Magen.

Ein Podex im Eifeldorf Ringen
wollt gern eine Arie singen.
Doch muß ich berichten,
es klappte mitnichten.
Ein Tönchen nur wollt ihm gelingen.



Lim-Märchen


Zum Zwerg sprach der Riese am Gauschen:
„Dein Zinken ist lang, zum Berauschen.
Und ich habe einen
um vieles zu kleinen.
Was meinst Du wohl, wollen wir tauschen?"

Drauf sagte der Zwerg: „Meiner Treu.
Der meine ist jung und wie neu.
Und du Jubilar,
bist dreihundert Jahr.
Ich glaub' das s ich's später bereu."

Ganz traurig sprach darauf der Riese:
„Was weiss ich, wie lang ich noch niese
und schnupfe und blase.
Noch tut's meine Nase!
Nun gut, ich behalte halt diese."



Schrankballade


Es klagte der Hausfreund im Schrank:
„Lag grade noch Wange am Wang' -
dann treibt es den Alten
Siesta zu halten.
Mon Dieu, dieser Kleidergestank."

So harrte der Hausfreund im Schrank.
Der Hausherr, indeß, er war krank.
Blieb siebenzehn Tage,
dem Hausfreund zur Plage,
und das war am Ende zu lang.

Verdorrt ist der Hausfreund im Schrank.
Der Hausherr nahm traurig den Strang.
Der Schrank barg fortan
nie wieder 'nen Mann.
Stand schließlich im Sperrmüll am Hang.



Es hexte ein Zaubrer in Gauß
und prompt war sein Weib eine Maus.
Er sagte: „Zu zänkisch
war sie und so denk ich,
ich brauch eine Katze im Haus."


 

 

 

„Ich kann", sprach der Amtmann aus Salten,
„mich sorglos der Arbeit enthalten.
Bekomm unausweichlich
mein Geld, und zwar reichlich.
Ich finde es gut, das Verwalten."

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„Mein Gott", sprach der Amtsrat aus Mencken,
„wenn uralte Vorgänge stänken,
für uns wär's ein Fluch.
Doch könnt der Geruch
die Zahl der Besucher beschränken."

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Es fand ein Beamter aus Limperich:
„In keiner Partei sein, ist hinderlich.
Ob schwarz, liberal,
ob rot - ganz egal.
Tritt ein, ihre Seilschaften hieven dich."

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Es sagte der Neue aus Witte:
„Ich hab eine herzliche Bitte:
verirr' ich mich links,
braucht's nur eines Winks
und gleich schon verstärk ich die Mitte."

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© Werner Hadulla - Illustration Hans Weber