BURSCHENHERRLICHKEIT
(Bundeslied der Sauflandia)

Freunde, wir sind stockbetrunken,
sitzt schön still und fallt  nicht um,
lasst uns noch ein Liedchen unken,
gleich beginnt’s Delirium.

Manches Menschen feige Seele
fürchtet sich vor Alkohol,
doch der deutschen Männeskehle
tut er unbeschreiblich wohl.

Steckt zwei Finger  auf die Zungen,
stoßt schön rein und rülpst dabei.
Wem der stolze Wurf gelungen,
fühlst sich auf ein Neues frei.
                             Manches Menschen ...

Komm, wir heben gleich noch einen
und gleich einen hinterdrein.
Wer danach noch auf den Beinen,
mische seinen Jubel ein.
                            Manches Menschen ....
 
Niemand kann so lange singen,
wie ein vollgesoffnes Loch,
mag es auch nicht astrein klingen,
wichtig ist, man schafft es noch.
                             Manches Menschen ...

Heilsarmee schick Deine Chöre,
singet uns den Abgesang.
Und dann tut uns noch die Ehre,
bettet uns auf Tisch und Bank.

Manches Menschen feige Seele
fürchtet sich vor Alkohol,
doch der teutschen Männeskehle
tut er unbeschreiblich wohl.
Jawoll, jawoll.

(Melodie ‘Freude schöner Götterfunken´)
Für ein Studentenkabarett 1953 

 



DEMENTI

Es war ein  König in Thule,
der hat´ seinen Pagen lieb.
Er zog ihn zum Königsstuhle,
gab ihm einen zärtlichen Hieb.

"Und werde ich einmal sterben,
was wird aus meinem Reich?
Ihm fehlen leider die Erben."
Der König, seufzt auf und blickt weich.

Schlich hin zu seiner Cousine
und hat sie nicht geschont.
Sie trug es mit Duldermine.
Von ihm war sie das nicht gewohnt.

Drauf lebt´ das Geschlecht der zu Thule
noch einmal siebenzig Jahr,
obwohl der Geschlechtsinn des Königs
doch eigentlich dafür nicht war.
 
Der König von Thule war schwule.
wer säße da zu Gericht?
Zur Tarnung hielt er die Buhle,
doch Goethe durchschaute das nicht.

(nach der Melodie "Ein König von Thule)





















 

DER KLETTERMAXE


Morgens gegen drei und vier
trinkt Old John sei letztes Bier.
Geht nach Haus und kramt im Bett,
steckt sich Dietrich ins Jackett.
Und dann geht er
leise - leise
leise - leise
leise - leise
auf seine Kletterreise.

Kurz nach vier Uhr klimmt er schon
über Erker und Balkon.
Hangelt unterm Dach entlang,
Johnny geht auf großen Fang.
So macht‘s Johnny
...
auf seiner Kletterreise.

Hinter manchem Fenster nett
liegt ein hübsches girl im Bett.
Doch Old John ist guter boy.
Geht nicht rein, ist Betty treu.
So macht´s Johnny
...
auf seiner Kletterreise.

Doch bei Mistress Alice Brown
hat er tüchtig reingehaun.
Auf dem Nachttisch den Smaragd
hat er lächelnd eingepackt.
So macht´s Johnny
...
auf seiner Kletterreise.
  


Gestern war’s das Portemonnaie
von Banker Broot, dem tut’s nicht weh.
Heute ein neuer schwerer Stein,
goldgefasst und nicht zu klein.
So macht´s Johnny
...
auf seiner Kletterreise.

Mann und Frau nimm dich in Acht,
Johnny klettert jede Nacht.
Eines Morgens bald nach vier,
steht er plötzlich auch vor dir.
und du schläft ganz
...
auf seiner Kletterreise.

Alles leider hat ein End.
Die Polente auch nicht pennt,
Eines Nachts locht sie ihn ein,
Johnny lässt das Klettern sein.
Nur im Traum geht er dann
leise - leise
leise - leise
leise - leise
auf seine Kletterreise.

(Für ein Studentenkabarett, ca 1955;
Melodie: When the moon shines...“)






ABENDLIED

Und wenn der Wind
geheimnisvoll im Dunkeln pfeift,
dann wird das Kindlein abgeseift.

Und wenn der Mond
genussvoll an den Wolken leckt,
dann wird das Kind ins Bett gesteckt.

Und schauen Sternlein in das Fenster rein,
dann schläft das Kindchen endlich ein.

Doch halt mal, halt, dass Ihr nicht stutzt!
Hat es die Zähne auch geputzt?

Schlafe,
Kindlein,
schlafe
trotzdem,
schlafe.








KINDERLIED

Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
der macht so manchen Firlefanz.
Dreht sich wie wild im Kreis, zem-zem,
wer lange mitschaut, wird plem-plem.
Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
der macht so manchen Firlefanz.

Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
versteht sich auch auf Schick und Glanz.
Und wenn er mal verschmutzt, verstopft,
wird alles wieder abgeklopft.
Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
der macht so manchen Firlefanz.

Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
ist manchmal still und zieht Bilanz.
Genießt im Gras das Abendrot
und schlägt zum Spaß die Fliegen tot.
Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
der macht so manchen Firlefanz.

Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
bleibt leider auch nicht ewig ganz.
Und eines Tags zu Abendstund,
dann löffelst du ihn in den Mund.
Ein Ochsenschwanz, ein Ochsenschwanz,
Der macht so manchen Firlefanz.

(Melodie: O, Tannenbaum)



© Werner Hadulla