Für die Sinne


KONKUBI(E)NEN

An Bienen lehrt man Kinder das Vermehren -
doch Konkubinen können´s praktisch lehren.

Die eine nascht am süßen Blütensaft,
die andre hascht nach purer Männerkraft.

Die Bienen sieht man unermüdlich fliegen,
doch Konkubinen pflegen viel zu liegen.

Die eine  fliegt durch Wiesen, Wald und Feld,
die andre immer nur auf Schmuck und Geld.

Die Biene produziert beharrlich  Honig,
und jene protestiert schon mal: verschon´ mich.

Die eine schwirrt und summt Dir um die Ohren,
wenn jene schwirren,  hast du sie verloren.

Man sieht: Gemeinsamkeiten gibt es keine,
gewiss auch nicht in Form und Zahl der Beine.

Und höchstens metaphorisch können Bienen
der Mitwelt auch als Konkubinen dienen.

MAL SO, MAL SO

Mal blond, mal braun,
so wandeln sich die Fraun.

Corinna, die ich morgens traf,
trug ihren Busen fast konkav.
Dann zaubert sie, ich war perplex:
Zu Mittag trug sie ihn konvex.

Make-up, make down,
mal so, mal so, die Fraun.

Und bald, am Nachmittag zum Tee
erschien fidel ihr Décolleté.
Es prangte fröhlich, frei und frisch
beherrschend überm Gartentisch.
   
Weg musste ich und sonstwie schaun,
verwirren können sie, die Fraun.






FERNSEHSPORT

Die Basketballdamen
aus Deutschland.
Gelenke in Formen,
es locken die Körbe.

Nicht eben nur
Laufen und Springen,
nein Tänzeln und Tippen,
und Schlendern zum Wurf
in die lockenden Körbe.

Nicht einfach Natur,
graziles Naturspiel
Charme der Gestalten,
Gazellen im Sommer.
Achtzehn zu sechs
in den Körben.

Auch die da aus Moskau
von Dynamo Zwo
sind nicht ohne.
Man sieht sie
mit offenem Sonne
am Rande gern mit.
Dreizehn zu zwölf
in den Körben.

Doch Sieg für die unsern.
Der zwanzigste Ball
in den Körben.
Es wedeln die blonden
und braunen Geschöpfe,
neben, zwischen und
unter den Körben.

Es locken die Deutschen
des anderen Geschlechts,
denn nichts ist so schön,
so umfassend erfreulich,
wie Damen aus Deutschland
beim siegreichen Sturm
auf die Körbe.
 
KATERS NACHTGESANG

Mieze, Pussi,
lass die Kralle!
Möcht auf ewig
um dich streichen.
Anatomisch, sagst Du,
bist du so wie alle?
Nie und nimmer werd ich
von dir weichen.

Mieze, Pussi,
Patschekralle!
Nicht mal gegen zwei
möchte ich dich tauschen.
Anatomisch bist Du
so wie alle?
Komm und hör
die Sehnsucht
in mir rauschen.
 
Mieze, Pussi,
Streichelkralle,
komm, ich fang Dir
gleich ein Mäuschen!
Anatomisch bist du
fast wie alle.
Doch grad Du
hier treibst mich
aus dem Häuschen.

Mieze, Pussi,
laß die Kralle!
Selbst der Dobermann
kann von Dir
mich nicht mehr trennen.
Anatomisch sind wir
allemal wie alle.
Willst du denn kein Mitleid kennen?




 



© Werner Hadulla