Aphorismen - Denken ist beschränkt




Es wird immer Denker geben, 
 die es genau wissen:
 dass die Erde eine Scheibe ist,
 dass die Sonne sich um sie dreht,
 dass alles mit einem Urknall begonnen hat. 

 


Sicher ist nur das zweite Futur: 
ich werde gewesen sein.

 An der Gegenwart stört, dass man sie ohne 
 Vergangenheit und Zukunft nicht haben kann.


Man sollte verabreden können, 
mit wem man wiedergeboren wird.
 
 
Der Getreue trägt die Ketten seines Systems
wie edles Schmuckwerk.  
 


Sie werden auch die Ewigkeit berechnen, 
die vor dem Urknall war. 

Der Mensch ist das Maß aller Dinge? 
Dürfen die Dinge maßlos sein? 

 In jedem Punkt steckt das
 Fundament zu einem Fragezeichen. 

 


Das ganze Himmelsgebäude sei 
Harmonie und Zahl, sagten die Pythagoräer. 
Uns ist die Zahl geblieben. 

Die Materie brauchte nur den Zufall 
und die Zeit, um Algen, Fische und Menschen 
zu entwickeln. 
 
Wer aber gab ihr den Zufall und die Zeit?

Atheisten verleugnen ihr Nichtwissen, 
Agnostiker nehmen es ernst, 
Gläubige ordnen es unter.
Wenn du ein Kalb schlachtest, 
schau ihm nicht in die Augen. 
Sie gleichen den deinen. 
 


Den verlässlichen Dogmatiker
interessiert nur die Wiederholung. 
 


©  Werner Hadulla - Illustrationen Hans Weber